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inkam Bremen

Foto von den Bremer Stadtmusikanten

Projekt des Landes Bremen für die Krankenhäuser in Bremen und Bremerhaven gefördert durch den Europäischen Sozialfonds

Die GEBERA ist vom Land Bremen beauftragt, das Projekt "Innovative Krankenhaus-Arbeitszeitmodelle für die Krankenhäuser des Landes Bremen" - inkam Bremen - durchzuführen.

Mit diesem Projekt hat das Land Bremen die aktuellen Diskussionen um Arbeitszeitgesetz und Arbeitsbedingungen im Krankenhaus aufgegriffen und unterstützt Akutkrankenhäuser in der Reformierung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch die Entwicklung und Realisierung innovativer Arbeitszeitmodelle.

Die GEBERA informiert auf dieser Website gemeinsam mit den Verantwortlichen des Landes Bremen über das Projekt.


2. Erfahrungsaustausch zur Arbeits(zeit)organisation im Ärztlichen Dienst in Krankenhäusern

Am Dienstag, 16. Oktober 2007 findet der zweite Erfahrungsaustausch zur Arbeits(zeit)organisation des Ärztlichen Dienstes statt. Schwerpunkt wird dieses Mal das Thema Notfallmanagement sein. Der Veranstaltung richtet sich an Mitglieder der Geschäftsführung/Verwaltungsleitung, Chef- und Oberärzte sowie Personalverantwortliche. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich - entweder online auf der GEBERA-Website oder per Fax mit dem unten angegebenen Faxformular.


1. Erfahrungsaustausch zur Arbeits(zeit)organisation im Ärztlichen Dienst in Krankenhäusern

Am Freitag, 2. März, fand auf Einladung des Senators für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales, Bremen, der erste Erfahrungsaustausch zur Arbeits(zeit)organisation des Ärztlichen Dienstes im Haus der Bremischen Bürgerschaft mit insgesamt rund 20 Teilnehmern statt.

Mit diesem fortgesetzten Erfahrungsaustausch fördert das Land Bremen weiterhin die aktuellen Diskussionen um Arbeitszeitgesetz und Arbeitsbedingungen im Krankenhaus und unterstützt Akutkrankenhäuser in der Reformierung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch die Entwicklung und Realisierung innovativer Arbeitszeitmodelle.

Moderiert wurde der Erfahrungsaustausch durch Herrn Dr. Roßbach und Clemens Platzköster, GEBERA. Als Schwerpunktthema stand neben den Erfahrungen mit der Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes und den entsprechenden tariflichen Regelungen die OP-Organisation im Mittelpunkt der Diskussionen.

Die geplanten 4 Stunden wurden intensiv als Plattform genutzt, die bisherigen Erkenntnisse und Erfahrungen bei der Arbeitszeitneugestaltung und der OP-Organisation auszutauschen.

Wichtige Erkenntnisse aus den sehr offen geführten Diskussionen sind z.B.

  • Das Arbeitszeitgesetz war oftmals der Anlass sich auch mit der Ablauforganisation innerhalb des Ärztlichen Dienstes zu beschäftigen.
  • In einigen Fällen wurden zunächst die Arbeitszeiten geändert (z.B. Einführung von Spätdiensten) um dann im nächsten Schritt die Organisation (Ausweitung von Betriebszeiten) anzupassen.
  • Die tariflich möglichen Opt-Out-Modelle mit ihren Möglichkeiten, den Status Quo von 24-Stunden-Diensten weitestgehend zu erreichen, sind nicht automatisch die angestrebte Lösung. In vielen Fällen wurden die bisherigen Dienstzeiten durch Spätdienstmodelle etc. deutlich verkürzt.
  • Die Gestaltung der Arbeitszeiten ist für Bewerber durchaus ein Aspekt der Entscheidung für oder gegen einen Arbeitgeber. In diesem Zusammenhang werden oftmals aber Verdienstmöglichkeiten gegen vermehrte Freizeit individuell abgewogen, so dass es kein "Patentrezept" zur Erhöhung der Attraktivität als potenzieller Arbeitgeber gibt. Vielmehr erwiesen sich bei einigen beteiligten Einrichtungen auch flexible Wahlmöglichkeiten als hilfreich.
  • Bei der OP-Organisation standen folgende Problemfelder im Mittelpunkt der Diskussionen:
    • unpräzise OP-Planung, z.B.
      • unzureichende mittel- und langfristige OP-Planung
      • Planungstaktik vs. Planungsehrlichkeit
      • Verschiebungen innerhalb des Tagesplanes
      • insbesondere Verschiebungen erste OP
      • unzureichende OP-Auslastung bereitgehaltener Kapazitäten
      • fehlende OP-Kapazitäten (Betriebszeiten, Saalzuordnungen etc.)
      • mangelhaftes Notfallmanagement
    • ineffizienter OP-Betrieb, z.B.
      • Wartezeiten
      • Wechselzeiten
      • Zuständigkeiten
      • Überschreiten von Regelarbeitszeiten
      • dezentrale OP-Einheiten
    • OP-Management und Kommunikation, z.B.
      • unklare Zuständigkeiten und Kompetenzen
      • fehlende oder nicht durchsetzbare Regelungen
      • OP-Statut nicht oder nicht ausreichend vorhanden
      • fehlende Sanktionen bei Verstößen
      • fehlendes OP-Controlling
      • mangelhafte Kommunikation der am OP-Betrieb beteiligten Berufsgruppen
      • problematische Einbindung von Belegärzten (Fremdkörper?)
    • Personaleinsatz und Arbeitszeitgestaltung im OP, z.B.
      • keine verbindliche Personalzuordnung durch die operierenden Fachabteilungen (Operateure "verschwinden" auf Stat. etc.)
      • keine abgestimmte Urlaubsplanung
      • unterschiedliche Dienstzeiten im OP-Betrieb der Berufsgruppen und Fachabteilungen
  • Von den Teilnehmern wurden die unterschiedlich praktizierten Lösungsansätze zu den Problembereichen insbesondere hinsichtlich ihrer Wirksamkeit diskutiert. Von besonderem Interesse waren Lösungswege, bei denen über gezielte Information und Kommunikation Problembereiche identifiziert und in einen konstruktiven Veränderungsprozess eingebracht wurden.
  • Von besonderer Bedeutung erschien die Unabhängigkeit der OP-Leitung von den am OP-Geschehen beteiligten Fachabteilung und die Möglichkeiten, eine entsprechende OP-Disziplin einzufordern. Hier wurden die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten (Sanktionen, OP-Lenkungsgruppen, Maßnahmen des OP-Controllings etc.) ausführlich diskutiert.
  • Ein weiteres wichtiges Thema war die Diskussion zur Ausweitung von Betriebszeiten im OP. Hier konnte insbesondere von den Erfahrungen einiger Einrichtungen profitiert werden, die im Rahmen der Arbeitszeitneugestaltung Spätdienste eingeführt hatten und darauf abgestellt die Betriebszeiten verlagerten. An dieser Stelle wurde insbesondere auch die ökonomische Relevanz der Arbeitszeitgestaltung deutlich.
  • Von Seiten der GEBERA wurden neben den Erfahrungen aus dem Projekt inkam-Bremen zur Arbeitszeitgestaltung und relevanten Organisationsprojekten Beispiele für Datenauswertungen zum OP-Controlling beigesteuert, die mit den Teilnehmern diskutiert und bewertet wurden.

Die rege Beteiligung während der Veranstaltung und den Fortgang der Diskussionen in der Kaffeepause und nach der Veranstaltung sind für die Veranstalter ein Beleg, dass die Form des Erfahrungsaustausches krankenhausinterne Veränderungsprozesse der Arbeitszeitgestaltung sinnvoll unterstützten kann und ein wertvolles Forum für weiterführende Anregungen und Ideen ist.

Der nächste Erfahrungsaustausch ist für Ende Juni geplant. Als Schwerpunkthema ist hier das Aufnahme- und Entlassmanagement geplant. Im besonderen Fokus wird der Aufbau und Nutzen von interdisziplinär geführten Aufnahmestationen stehen. Die detaillierte Planung des 2. Erfahrungsaustausches finden Sie in Kürze auf diesen Seiten.

Ansprechpartner:

GEBERA Gesellschaft für betriebswirtschaftliche Beratung GmbH
Dipl. Ges. oec. Clemens Platzköster
Dr. med. Christian Roßbach
Mail: platzkoester@gebera.de
Fon: 0211 8772-3688

Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales in Bremen
Referat Arbeitsmarktpolitik
Ute Görzel
Mail: ute.goerzel@arbeit.bremen.de
Fon: 0421-361 2016

Download Präsentation:



Abschlussbericht

GEBERA legt Abschlussbericht zum bremischen Modellprojekt "Innovative Krankenhausarbeitszeitmodelle" - inkam-Bremen für den ärztlichen Dienst vor.

Nach über zweijähriger Projektarbeit legt die Gebera nun im Auftrag des Senators für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales des Landes Bremen den Abschlussbericht für das Projekt inkam-Bremen vor. Grundsätzlich hat sich gezeigt, dass die gesetzeskonforme Arbeitszeitgestaltung auch für den Ärztlichen Dienst möglich ist. Die MitarbeiterInnen sollten in den Prozess der Veränderungen von Arbeitszeiten umfassend einbezogen werden. Die Neugestaltung der Arbeitszeiten ist im Wesentlichen abhängig von den einrichtungsindividuellen Leistungsaufkommen und Strukturen. Unverzichtbare Bestandteile sollten die Überprüfung und Optimierung der Arbeitsabläufe selber sein. Die einzelnen Ergebnisse und Erkenntnisse des Projektes können dem nun vorliegenden Abschlussbericht entnommen werden.



Vorträge

Am 12. Juni 2006 fand in Bremen unsere Fachtagung statt, in deren Rahmen die wesentlichen Ergebnisse des Modellprojektes und die weiterführenden Perspektiven vorgestellt und diskutiert wurden. Die gehaltenen Vorträge stehen hier im PDF-Format zum Download bereit:




Der Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales des Landes Bremen


GEBERA Gesellschaft für betriebswirtschaftliche Beratung mbH

Gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds